Trend: mehr Gewalt gegen Wohnungslose. Warum?
Seit einigen Jahren gibt es einen wachsenden Trend, besonders unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Gewalt gegen Wohnungslose auszuüben.
Aber warum? Was ist die Motivation und wer sind die Täter?
Gewalt gegen Wohnungslose wird dem hate crime (Hassverbrechen) zugeordnet. Das bedeutet, dass die ganze soziale Gruppe der Wohnungslosen gezielt Gewalt erfährt, weil sie von den Tätern als wertlos und unnütz angesehen werden. Die Täter entmenschlichen die wohnungslosen Menschen und haben somit eine Legitimation warum es in Ordnung ist Gewalt gegen Wohnungslose auszuüben.
Die Täter sind in der Regel männliche Jugendliche oder junge Männer. Sie gehen in Gruppen gezielt gegen Wohnungslose vor. Die Taten dauern oft länger an und kennzeichnen sich durch ein hohes Maß an Erniedrigung den Wohnungslosen gegenüber.
Die Täter sind oft alkoholisiert. Die Taten passieren Abends oder Nachts, wenn es ruhig auf den Straßen ist und Zeugen fehlen. Die Täter sind oft arbeitslos, suchtkrank und haben keinen Schulabschluss. Sie haben wenig Perspektiven im Leben und stehen der sozialen Gruppe der Wohnungslosen näher als gedacht oder erhofft. Vermutlich wird das eigene Leid und die eigenen fehlenden Perspektiven in die Gruppe der Wohnungslosen projiziert.
Für die wohnungslosen Menschen bedeutet das, dass das Leben auf der Straße zunehmend gefährlicher wird. Wo sind die Grenzen? Wann hören die Täter auf, oder wird solange weiter Gewalt ausgeübt, bis jemand stirbt? Dies alles ist schon passiert.
Ich denke es ist ein wichtiges Thema in der Gesellschaft und es geht um die Sensibilisierung der Täter und um ein Umdenken und vor allem um den Schutz der wohnungslosen Menschen. Es geht in diesem Zusammenhang auch um die Vermittlung von demokratischen Werten und Werten der Nächstenliebe und der Akzeptanz. Und wo finden die Täter diese Räume, wo sich gezielt mit ihnen auseinander gesetzt wird?