Macht sucht, wer Ohnmacht spürt

"Macht sucht, wer Ohnmacht spürt".

Dieser Satz ist ein schöner Wegweiser in der professionellen Arbeit mit (gewaltbereiten) Menschen.

Er trifft zum Einen auf unsere Zielgruppe zu, zum anderen aber auch auf uns selbst.

 

Es ist wichtig hinzuschauen, wo wir uns selbst ohnmächtig fühlen und kompensatorisch Macht ausüben, um Ohnmachtsgefühle zu vermeiden. Dann kann die Macht schnell zum Machtmissbrauch werden, weil es ein ständiges Spiel auf der Statuswippe ist. Macht kann berauschen und kann so auch zum Selbstläufer werden.

 

Macht kann grob unterteilt in unterschiedlichen Ausprägungen ausgelebt werden: gehemmt (also kaum ausgelebte Machtanteile), kompensatorisch (um eigene Ohnmachtserfahrungen auszugleichen, und um sich wieder handlungsfähig zu fühlen), oder in einem verantwortungsbewussten, erwachsenen Sinne (z.B. im Sinne von gesunder Führung). 

Diese Pole sind nicht statisch, sondern sind immer in Bewegung. Vieles passiert unterbewusst. Gerade den zuletzt genannten Pol von verantwortungsvoller Macht zu leben, verlangt viel Auseinandersetzung und Selbstreflektion.

 

Beide Anteile - Macht und Ohnmacht - haben ihre Berechtigung und sind aus unterschiedlichen biographischen Erfahrungen heraus entstanden. Sowohl bei uns, als auch bei unserer Zielgruppe.

 

Vielfach geht es immer wieder unbewusst um das Ausfüllen dieser beiden Pole: Opfer und Täter. 

 

In Übungen könnte ich diese Dynamiken schnell aufzeigen. 

 

Fangen wir an, bei uns hinzuschauen und mit unseren Anteilen zu arbeiten, damit wir die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen dann besser begleiten können.

 

Mehr Fachinfos zu Täter und Opferdynamiken gibt es in meinen Trainings und Fortbildungen...

 

Wünschenswert wäre es, eine gesunde Form der Selbstermächtigung zu finden, ohne andere Menschen zu verletzen.

 

Denn auch der Umgang mit Macht und Ohnmacht ist ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention. 

 

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