Gewalt auszuüben=Erfolg

Viele gewalterfahrene Jugendliche und junge Erwachsene haben eine sehr positive Einstellung gegenüber Gewalt.

Gewalt erfüllt immer auch einen Nutzen:

  • mehr Status zu haben.
  • Respekt zu erfahren.
  • zu merken, an mich traut sich keiner ran.
  • einen Kick zu fühlen.
  • sich selbstbewusst und selbstwirksam zu erleben.

 

Diese Jugendlichen haben gelernt, dass sie mit der Gewaltausübung genau das erreichen. Und das strahlen sie auch aus.

Oft sind es Jugendliche und junge Erwachsene, die in vielen anderen Lebensbereichen keine Erfolge haben. In der Schule, im Job, in der Familie, in Beziehungen. Oft haben sie auch kein Hobby und sind nicht in irgendeinem Verein angebunden. Maximal im Fitnessstudio, wo sie "pumpen" können. Dass Risiko des Abdriftens in eine kriminelle Karriere ist besonders hoch. Warum sollten sie es also aufgeben Gewalt auszuüben? Es gibt ihnen doch so viel!

 

Kann man so ein Verhalten, so eine Einstellung durchbrechen?

 

Man kann einiges dafür tun und in einen Arbeitsprozess gehen.

 

1. Begrenzung: Jugendliche die Teil einer Gruppe sind (z.B. im Unterricht oder im Training) haben oft einen sehr hohen Status und schüchtern andere ein. Sie dürfen die Gruppe nicht dominieren, sondern müssen begrenzt werden.

 

2. Spiegeln: Das Verhalten in bestimmten Situationen spiegeln und mit dem gezeigten Verhalten arbeiten.

 

3. Reden: Jugendliche mit solchem Auftreten hassen es, wenn (zuviel) geredet wird. Reden und Hinterfragen ist oft eine gute Strategie. Wer fragt führt.

Sie erfahren so auch, dass mit Sprechen und Reden eine Kompetenz verbunden ist, die die meisten selbst noch nicht haben und die sie aber noch entwicklen können. Ganz nach dem Motto "Reden statt schlagen".

 

4. Beziehung anbieten: die Jugendlichen müssen fühlen, dass Sie ernsthaft an ihnen interessiert sind und bereit sind in die Auseinandersetzung zu gehen. Beziehung und Wertschätzung anzubieten ist einer der wichtigsten Punkte in der Arbeit überhaupt.

 

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, die je nach Setting passen und ausprobiert werden können. Auch dass ist Teil meiner Fortbildungen oder Trainings. 

Viele dieser Teilnehmer suchen Grenzen und manchmal sind es dann auch die Grenzen der Justiz.

 

Hier als LehrerIn, Pädagoge/in, BetreuerIn dranzubleiben kann viel bewirken. Dennoch werden nicht 100% erreicht. Manch ein Jugendlicher und junger Erwachsener wird noch die ein oder andere Schleife drehen müssen.

 

 

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