Deeskalation verlangt ein Gewaltbewusstsein

Deeskalation verlangt ein Gewaltbewusstsein. Was ist damit gemeint?

 

Wenn ich deeskalieren möchte, brauche ich eine Vorstellung davon was Gewalt für mich ist und welche Verhaltensweisen toleriert werden können.

 

Dies ist besonders für Institutionen, Einrichtungen und Behörden wichtig.

 

Deswegen haben diese Einrichtungen auch oft ein Gewaltschutzkonzept, was das Vorgehen im Falle von Gewalt regelt.

 

Gewalt zu definieren ist komplex, da Gewalt so vielschichtig ist und vor allem einem gesellschaftlichen Wandel unterliegt. Das was für mein Gegenüber Gewalt ist, muss für mich noch keine Gewalt sein. Eben weil ich Situationen anders wahrnehme oder bewerte. Es gibt natürlich Situationen, die sehr klar einzuschätzen sind.

 

Was aber ist mit dem Herren, der in der Bibliothek der Mitarbeiterin immer wieder selbst gebackene Kekse anbietet, obwohl sie schon Nein gesagt hat. Und er bietet die Kekse immer wieder an? Grenzüberschreitend, harmlos oder ist das schon Gewalt?

 

Gewalt zu definieren kann also auch ein sehr individueller Prozess sein, betrifft aber in einer Institution alle MitarbeiterInnen.

 

Desto klarer ich habe, was Gewalt für mich oder die Einrichtung, Behörde oder Institution bedeutet, desto schneller bin ich handlungsfähig und bin in der Lage zu deeskalieren, wenn herausfordernde Situationen auftreten.

 

 

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